Aufbereitung von Eisenerz
Wie Eisenerz wirtschaftlich aufbereitet wird: Setzmaschine, Schwertrübescheidung und Magnetscheidung – Hämatit, Magnetit und Konzentrat im Vergleich.
Aufbereitung von Eisenerz: Prozessoptimierung in der Rohstoffaufbereitung
Die Aufbereitung von Eisenerz entscheidet darüber, ob aus dem geförderten Roherz ein marktfähiges Konzentrat zur Stahlerzeugung entsteht – und damit über die Wirtschaftlichkeit der gesamten Lagerstätte. Moderne Aufbereitungsanlagen verbinden Schwerkraftsortierung, Dichtesortierung, Schwertrübescheidung und Magnetscheidung zu durchgängigen Flowsheets, die Eisenerzminerale wie Hämatit, Magnetit und Begleitminerale präzise trennen.
Steigende Anforderungen an Konzentratqualität, knappere Lagerstätten und höhere Energiekosten machen die richtige Verfahrensauswahl heute wichtiger denn je. Wer Eisenerz aufbereiten will, braucht ein Flowsheet, das auf das spezifische Erz, Korngröße und den Standort zugeschnitten ist.

Was ist Eisenerz-Aufbereitung?
Eisenerz-Aufbereitung ist die Gesamtheit aller physikalischen Verfahrensschritte zwischen Lagerstätte und Stahlherstellung. Ziel ist es, den Eisengehalt des Roherzes durch Entfernen tauber Gangart auf ein verkaufsfähiges Niveau anzureichern – typischerweise 62 % bis 69 % Fe.
In der Praxis bedeutet das: Zerkleinerung und Klassierung, gefolgt von Sortier- und Trennstufen, die das Erz nach Dichte, magnetischer Suszeptibilität, Oberflächeneigenschaften oder sensorischen Kriterien aufteilen. Welche Verfahren in welcher Reihenfolge greifen, hängt von Eisenmineralogie (Hämatit, Magnetit, Limonit usw.), Verwachsungsgrad und der lokalen Wasserverfügbarkeit ab.
Wie die Aufbereitung von Eisenerz wirtschaftliche Prozesse ermöglicht
Eine durchdachte Eisenerz-Aufbereitung entlastet alle nachgelagerten Stufen – von der Pelletierung über Sinterung bis zum Hochofen. Drei Hebel sind besonders wirksam:
- Frühe Voranreicherung: Schon bei groben Korngrößen wird Abfall abgetrennt, z.B. mit einem Röntgensortierer wie der allsort, sodass nur das werthaltige Material energieintensiv weiterverarbeitet wird.
- Selektive Anreicherung im Feinbereich: Magnetscheidung (allgaus), Schwertrübescheidung und Flotation (allflot) holen das Letzte aus dem Erz heraus und steigern den Fe-Gehalt im Konzentrat.
- Robuste Anlagenführung: Verfahren wie alljig® arbeiten zuverlässig auch bei schwankenden Aufgabeeigenschaften – ein entscheidender Vorteil bei heterogenen Lagerstätten.
Wichtige Prozessgrößen sind Durchsatz, Korngröße, Aufgabedichte, Wasser-/Mediumsdichte sowie magnetische Flussdichte und Rotorgeschwindigkeit in der Magnetstufe.
Hämatit vs. Magnetit: Warum die Aufbereitung unterschiedlich ist
Eisenerze unterscheiden sich nicht nur im Fe-Gehalt, sondern vor allem in ihrer mineralogischen Form:
- Magnetit (Fe₃O₄): stark ferromagnetisch, lässt sich mit klassischer Niederfeld-/Schwachfeldmagnetscheidung effizient anreichern.
- Hämatit (Fe₂O₃): nur schwach magnetisch (paramagnetisch). Erfordert Starkfeldmagnetscheidung (z. B. allgauss® mit bis zu 15.000 Gauß) oder eine Kombination aus Schwerkraftsortierung und magnetischer Voranreicherung.
- Limonit/Goethit: wasserhaltige Eisenoxide, häufig fein verwachsen. Hier lohnen sich Schwertrübescheidung und Wirbelschicht-Klassierung als Vor- und Hauptanreicherungsstufe.
Verfahren der Eisenerz-Aufbereitung im Überblick
allmineral deckt das gesamte Spektrum der Eisenerz-Aufbereitung ab. Je nach Lagerstätte und Zielkonzentrat werden die Verfahren modular kombiniert:
Setzmaschine (alljig®) – das Rückgrat der Voranreicherung
Die alljig®-Setzmaschine ist das Rückgrat vieler Eisenerz-Flowsheets. In einem pulsierenden Wasserbett schichten sich Partikel nach Dichte und Korngröße. alljig® ermöglicht trotz schwankender Aufgabeeigenschaften in einem Schritt sowohl die Konzentratanreicherung als auch die Bergevorabscheidung – ideal für Korngrößen, in denen Sensorsortierung oder klassische Magnetscheidung an ihre Grenzen kommen.
Schwertrübescheidung (DMS) – wenn Trennschärfe zählt
Bei besonders hohen Anforderungen an Trenndichte und Trennschärfe wird die Schwertrübescheidung (Dense Medium Separation, DMS) eingesetzt. Die Trennung erfolgt in einem Medium mit exakt eingestellter Dichte und liefert hochpräzise, reproduzierbare Ergebnisse – auch bei Erzen mit geringer Dichtedifferenz zwischen Wertstoff und Gangart.
Wirbelschicht-Klassierung (allflux®)
Der allflux® kombiniert Klassierung und dichtebasierte Sortierung in einer Stufe. Er ist besonders für die Aufbereitung von Hämatit- und Magnetit-Feinanteilen geeignet und kann den Wasser- und Energiebedarf gegenüber mehrstufigen Aufbereitungskonzepten reduzieren.
Starkfeldmagnetscheidung (allgauss®)
Für die Anreicherung hämatitischer Eisenerze und die Entfernung paramagnetischer Verunreinigungen kommt der allgauss®-Starkfeldmagnetscheider zum Einsatz – mit Flussdichten bis 15.000 Gauß und Durchsätzen bis 1.400 t/h pro Maschine.
Sensorbasierte Sortierung (allsort® XRT)
Der allsort® XRT-Sorter trennt Partikel anhand von Röntgentransmissions-Signaturen und macht Einschlüsse sichtbar. Als Voranreicherung im groben Korn reduziert er die Massenströme für die nachfolgenden Nass-Stufen erheblich.
Flotation (allflot®)
Sulfidische Eisenerze, insbesondere pyrrhotinhaltige Erze, können durch einen Flotationsschritt (z. B. mit dem allflot) angereichert werden. Da Pyrrhotin magnetische Eigenschaften aufweist, ist eine selektive Abtrennung mittels Magnetscheidung häufig nicht möglich bzw. nur eingeschränkt wirksam. Die Flotation ermöglicht in solchen Fällen eine gezielte Separation der sulfidischen Minerale.
Integriertes Flowsheet: So entsteht ein Eisenerz-Konzentrat
Ein typisches Eisenerz-Flowsheet bei allmineral kombiniert die Verfahren in modularer Form. Drei bewährte Konstellationen:
- alljig® + allgauss®: robuste Schwerkraft-Voranreicherung gefolgt von Starkfeldmagnetscheidung für Hämatit-dominierte Lagerstätten.
- allsort® + alljig® + DMS: sensorbasierte Voranreicherung im Groben, Setzmaschine im Mittel-, DMS im Feinbereich für maximale Konzentratreinheit.
- allflux® + allgauss®: Klassier- und magnetische Anreicherungsstufe für feinverwachsene Hämatit- und Magnetit-Erze.
Vorteile einer optimierten Eisenerz-Aufbereitung
- höherer Fe-Gehalt im Konzentrat und geringerer Schlackenanteil im Hochofen
- niedrigere spezifische Energiekosten durch frühe Bergevorabscheidung
- wirtschaftliche Nutzung auch geringerwertiger Lagerstätten
- reproduzierbare Ergebnisse durch definierte Trenndichten und magnetische Flussdichten
- modulare Anlagen, die mit Lagerstättenparametern wachsen oder umgesetzt werden können
- reduzierter Wasserverbrauch durch Wahl trockener oder hybrider Verfahrensketten
Welches Aufbereitungsverfahren passt zu welcher Eisenerz-Lagerstätte?
Setzmaschine (alljig®) sinnvoll, wenn:
- hohe Durchsätze bei moderater Trennschärfe gefragt sind
- die Aufgabe in einem breiten Korn- und Dichtespektrum liegt
- die Aufgabe stark schwankt und ein robustes Verfahren benötigt wird
DMS sinnvoll, wenn:
- höchste Trennschärfe an definierten Trenndichten erforderlich ist
- ein stabiler Mediumskreislauf wirtschaftlich darstellbar ist
- hochwertige Konzentrate in einem Trennschritt erzeugt werden sollen
Starkfeldmagnetscheidung sinnvoll, wenn:
- das Erz hämatitisch oder paramagnetisch ist
- die Aufgabekörnung im Feinbereich liegt (bis 3 mm)
- höchste Konzentratreinheit aus paramagnetischen Wertfraktionen gefragt ist
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Interne Links auf einen Blick
- Branche Erze → Aufbereitung von Erzen
- alljig® Setzmaschine → alljig®
- allflux® Wirbelschicht → allflux®
- allgauss® Magnetscheidung → allgauss®
- allsort® XRT → allsort®
- allflot® Flotation → allflot®
- Referenz Erzaufbereitung → Erzaufbereitung mit alljig®
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